Bundesland Schleswig-Holstein
Jägerprüfung Schleswig-Holstein: Ablauf, Notensystem und Fangjagd-Lehrgang
Schleswig-Holstein prüft in vier statt sechs Fächern und verlangt als eines der wenigen Länder einen anerkannten Fangjagd-Lehrgang schon bei der Anmeldung.
Redaktion Jagdschein-Erfolg · Stand: 21. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Kurz beantwortet
Die Jägerprüfung in Schleswig-Holstein besteht aus Schießprüfung, schriftlichem und mündlich-praktischem Teil in vier Fächern. Zuständig sind die unteren Jagdbehörden der Kreise. Für die Anmeldung brauchst du unter anderem den Nachweis eines anerkannten Fangjagd-Lehrgangs.
Zuständig sind die Kreise
Die Prüfung organisieren die unteren Jagdbehörden der Kreise und kreisfreien Städte. Sie geben die Termine als amtliche Bekanntmachung bekannt – meist gibt es einen Haupttermin zwischen April und Juni pro Kreis.
Die Anmeldefristen liegen erfahrungsgemäß etwa zwei Monate vor dem Prüfungsbeginn. Beispiele aus 2026: Schleswig-Flensburg bis 20. Februar, Stormarn bis 31. März, Lübeck bis 15. April. Die Gebühr lag bei 280 Euro. Prüfe die aktuelle Bekanntmachung deines Kreises.
Vier Fächer statt sechs
Geprüft werden vier Fächer: Wildtiere, Hege, Jagdbetrieb mit Land- und Waldbau; Waffen; Hunde und Wildbret; sowie Recht. Der schriftliche Teil umfasst je Fach 20 Fragen, also 80 Fragen in drei Stunden.
Die Bewertung erfolgt mit Punkten: zwei für eine richtige, einer für eine teilweise richtige Antwort. Die Note ‚ausreichend‘ erreichst du ab 20 von 40 Punkten. Einen öffentlichen amtlichen Fragenkatalog haben wir nicht gefunden – die oberste Jagdbehörde kann zusammen mit der Landesjägerschaft Vorgaben für die Fragen machen.
Notensystem mit Gesamtmittel
Die Endnote je Fach ergibt sich aus dem Mittel der schriftlichen und der mündlichen Note. Durchgefallen bist du, wenn du in den Fächern Wildtiere oder Waffen schlechter als 4,4 bist, in den Fächern Hunde oder Recht schlechter als 5,4, im Gesamtmittel unter 4,4 liegst oder unsicher mit der Waffe umgehst.
Im mündlichen Teil hast du je Fach höchstens zehn Minuten Zeit. Weil die mündliche Note die Hälfte der Endnote ausmacht, lohnt sich das Üben freier Antworten besonders.
Schießprüfung
Die Schießprüfung umfasst die Büchse mit fünf Schuss auf den Rehbock auf 100 Meter – mindestens drei Treffer und 21 Ringe – sowie die Flinte mit zehn Trap-Tauben und mindestens drei Treffern. Ein Kurzwaffen-Schießen ist in der Prüfung nicht vorgesehen.
Nicht bestandene Abschnitte darfst du innerhalb von zwölf Monaten beliebig oft wiederholen, auch bei einem anderen Kreis. Das gibt dir Flexibilität, falls ein Termin nicht klappt.
Anmeldung: Fangjagd-Lehrgang ist Pflicht
Bei der Anmeldung musst du neben Gebühr und Haftpflichtversicherung für den Waffengebrauch den Nachweis eines anerkannten Fangjagd-Lehrgangs vorlegen. Das Mindestalter beträgt 15 Jahre am Tag der schriftlichen Prüfung.
Plane den Fangjagd-Lehrgang früh ein – er ist Voraussetzung für die Anmeldung, nicht erst für die Prüfung. Termine bieten die Landesjägerschaft und anerkannte Anbieter an.
So ordnest du deine Vorbereitung
Ohne öffentlichen Katalog sind die Unterlagen deiner Jagdschule und die Empfehlungen der Landesjägerschaft die wichtigste Grundlage. Übe zusätzlich das freie Erklären, denn die mündliche Note zählt zur Hälfte.
Jagdschein-Erfolg kann dich dabei unterstützen, Prüferfragen in eigenen Worten zu beantworten und offene Themen gezielt zu wiederholen. Verbindliche Angaben findest du in der Bekanntmachung deines Kreises.
Quellen und Einordnung
Amtliche Anforderungen ergeben sich aus den jeweils gültigen Vorschriften. Unsere Hinweise zum Lernen sind redaktionelle Empfehlungen, keine amtlichen Prüfungsfragen oder Bestehenszusagen. Prüfe vor Kursbuchung und Prüfung die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.