Bundesland Rheinland-Pfalz
Jägerprüfung Rheinland-Pfalz: Ablauf, Fragenkatalog und die Reform ab 2027
Rheinland-Pfalz steht vor einer Reform: Ein neues Landesjagdgesetz ist beschlossen, die neue Prüfungsordnung soll zum 1. April 2027 gelten. Wer jetzt startet, sollte beide Regelwerke kennen.
Redaktion Jagdschein-Erfolg · Stand: 21. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Kurz beantwortet
Die Jägerprüfung in Rheinland-Pfalz besteht aus Schießprüfung, schriftlichem und mündlich-praktischem Teil in sechs Sachgebieten. Zuständig sind die unteren Jagdbehörden der Kreise. Zum 1. April 2027 soll eine neue Prüfungsordnung in Kraft treten, die die Anforderungen leicht anhebt.
Zuständig sind die unteren Jagdbehörden
Die Anmeldung erfolgt bei der unteren Jagdbehörde an deinem Wohnsitz oder am Ausbildungsort – also bei der Kreisverwaltung oder der kreisfreien Stadt. Die Termine legen die Jagdbehörden beziehungsweise die Kreisgruppen des Landesjagdverbands fest; eine zentrale Veröffentlichung gibt es nicht.
Die Anmeldefristen unterscheiden sich je nach Kreis. Ein Beispiel aus der Kreisgruppe Südliche Weinstraße nennt drei Wochen vor der geplanten Prüfung. Erkundige dich frühzeitig bei deiner Jagdbehörde.
Schriftliche Prüfung: sechs Fächer mit festem Katalog
Der schriftliche Teil umfasst sechs Fächer mit je 20 Fragen, die die obere Jagdbehörde jeweils auswählt. Laut Landesjagdverband beruht die Prüfung auf einem festen und bekannten Fragenkatalog mit über 200 Fragen je Fach.
Der Verband hat den Katalog mit Lösungen als PDF veröffentlicht – der Upload stammt allerdings aus dem Jahr 2018. Ob diese Fassung noch aktuell ist, konnten wir nicht bestätigen. Frage bei deiner Jagdschule oder Jagdbehörde nach dem gültigen Stand.
Schießprüfung in vier Teilen – inklusive Kurzwaffe
Die Schießprüfung umfasst den sicheren Umgang mit Waffen, die Flinte mit zehn Rollhasen beziehungsweise Traptauben oder Kipphasen, die Büchse mit Rehbock und Überläufer – zusammen mindestens 60 Ringe – sowie die Kurzwaffe mit fünf Schuss auf sieben Meter und mindestens vier Treffern.
Dass die Kurzwaffe Teil der Prüfung ist, unterscheidet Rheinland-Pfalz von vielen anderen Ländern. Übe den Umgang mit ihr frühzeitig in deiner Ausbildung.
Bewertung und mündlich-praktischer Teil
Durchgefallen ist, wer in einem Sachgebiet die Note 6 erhält, in zwei oder mehr Sachgebieten die Note 5 oder im selben Sachgebiet schriftlich und mündlich jeweils die Note 5. Einmal ist eine Nachprüfung in einem selbst gewählten Sachgebiet möglich.
Der mündlich-praktische Teil findet spätestens vier Wochen nach der schriftlichen Prüfung statt. Nutze die Zeit dazwischen, um das freie Erklären zu üben – gerade in den Fächern, die dir schriftlich schwerer gefallen sind.
Die Reform zum 1. April 2027
Das neue Landesjagdgesetz vom Juli 2025 soll zusammen mit einer neuen Landesjagdverordnung zum 1. April 2027 in Kraft treten. Nach den Angaben des Ministeriums sollen die Anforderungen beim Schießen auf bewegte Ziele und der Anteil richtiger schriftlicher Antworten leicht angehoben werden.
Wenn deine Prüfung nach April 2027 liegt, prüfe die dann gültigen Regeln. Die Übergangsregelungen und die aktuelle Fassung findest du bei der obersten Jagdbehörde und im Fragen-und-Antworten-Bereich des Ministeriums.
So ordnest du deine Vorbereitung
Eine Ausbildung ist auch bei einem Mentor möglich, mindestens sechs Monate. Die meisten Prüflinge wählen einen Lehrgang beim Landesjagdverband oder einer Jagdschule.
Arbeite mit dem veröffentlichten Katalog, aber kläre seinen Aktualitätsstand. Ergänze deine Vorbereitung durch freies Erklären – Jagdschein-Erfolg kann dich dabei mit Prüferfragen und gezielter Wiederholung unterstützen.
Quellen und Einordnung
Amtliche Anforderungen ergeben sich aus den jeweils gültigen Vorschriften. Unsere Hinweise zum Lernen sind redaktionelle Empfehlungen, keine amtlichen Prüfungsfragen oder Bestehenszusagen. Prüfe vor Kursbuchung und Prüfung die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.