Bundesland Brandenburg
Jägerprüfung Brandenburg: Ablauf, viele Termine und zentrale Anmeldung
Brandenburg geht einen eigenen Weg: Der Landesjagdverband organisiert die Prüfung zentral für das ganze Land – und bietet Termine in jedem Monat des Jahres.
Redaktion Jagdschein-Erfolg · Stand: 21. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Kurz beantwortet
Die Jägerprüfung in Brandenburg besteht aus schriftlichem Teil, mündlich-praktischem Teil und jagdlichem Schießen. Organisiert wird sie zentral vom Landesjagdverband Brandenburg. Die Anmeldung muss zwei Monate vor dem schriftlichen Termin eingehen; die Gebühr beträgt 333,20 Euro.
Zentral organisiert vom Landesjagdverband
Seit 2009 organisiert und führt der Landesjagdverband Brandenburg die Jägerprüfung als beliehene Stelle durch. Den Antrag schickst du im Original an den Verband nach Michendorf. Den gewünschten Prüfungsausschuss kannst du angeben, einen Anspruch darauf gibt es nicht.
Diese zentrale Regelung sorgt für einen einheitlichen Ablauf im ganzen Land. Den Fragebogen für jeden Termin erstellt der Verband landeseinheitlich.
Termine in jedem Monat
Brandenburg bietet ungewöhnlich viele Prüfungstermine: Der Terminplan weist Prüfungen in jedem Monat des Jahres aus, verteilt auf mehrere Prüfungsausschüsse im Land. Das gibt dir Freiheit bei der Planung – etwa, wenn dein Kurs im Herbst endet.
Der aktuelle Terminplan steht auf der Informationsseite des Verbands. Beachte: Die Anmeldung muss zwei Monate vor dem schriftlichen Termin eingehen, auch für Wiederholer.
Schriftliche Prüfung: sechs Sachgebiete, 90 Fragen
Der schriftliche Teil umfasst sechs Sachgebiete mit je 15 Fragen, also 90 Fragen in 120 Minuten. Bis zu 20 Prozent der Fragen können offen gestellt sein. Bestanden hast du nur, wenn du in jedem Sachgebiet mindestens neun Antworten richtig hast – wer hier durchfällt, ist von der weiteren Prüfung ausgeschlossen.
Die Sachgebiete sind Tierarten und Wildbiologie, Natur- und Umweltschutz, Waffentechnik, Jagdbetrieb, Wildkrankheiten und Wildbret sowie rechtliche Vorschriften. Der Verband veröffentlicht mögliche Prüfungsfragen ohne Lösungen und einen Online-Übungstest.
Mündlich-praktischer Teil und Schießen
Im mündlich-praktischen Teil hast du je Sachgebiet höchstens 15 Minuten Zeit, geprüft wird in Gruppen von zwei bis fünf Prüflingen. Jedes Sachgebiet wird mit ‚bestanden‘ oder ‚nicht bestanden‘ bewertet.
Beim Schießen sind gefordert: fünf Schuss auf den stehenden Rehbock auf 90 bis 110 Meter mit mindestens drei Treffern in den Ringen 8 bis 10, fünf Schuss auf den flüchtigen Überläufer mit mindestens drei Treffern und mit der Flinte zehn Wurftauben mit mindestens vier oder zehn Kipphasen mit mindestens fünf Treffern. Nicht bestandene Teile darfst du je zweimal innerhalb von 24 Monaten wiederholen.
Ausbildung und Anmeldung
Voraussetzung ist eine Ausbildung von mindestens 150 Stunden Theorie, davon mindestens 30 Stunden Übungsschießen. Dazu kommen entweder 40 Stunden jagdpraktische Ausbildung im Lehrgang oder ein Jahr bei einem Mentor. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre bei Prüfungsbeginn.
Die Gebühr beträgt 333,20 Euro, für eine Wiederholungsprüfung 216,58 Euro. Reiche den Antrag früh genug ein und prüfe die aktuellen Angaben auf der Seite des Verbands.
So ordnest du deine Vorbereitung
Nutze die veröffentlichten Fragen und den Online-Übungstest des Verbands als Grundlage. Da du in jedem Sachgebiet mindestens neun richtige Antworten brauchst, lohnt es sich nicht, einzelne Bereiche zu vernachlässigen.
Für den mündlich-praktischen Teil übe das freie Erklären in ganzen Sätzen. Jagdschein-Erfolg kann dich dabei ergänzend unterstützen – die verbindlichen Regeln und Termine findest du beim Landesjagdverband.
Quellen und Einordnung
Amtliche Anforderungen ergeben sich aus den jeweils gültigen Vorschriften. Unsere Hinweise zum Lernen sind redaktionelle Empfehlungen, keine amtlichen Prüfungsfragen oder Bestehenszusagen. Prüfe vor Kursbuchung und Prüfung die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.